1 Monat USA

Ein Monat ist ja eigentlich bisher meine übliche Reisezeit gewesen. Und ich kann Euch sagen, ich bin so glücklich, dass ich diesmal noch nicht wieder zurück muss. Jetzt komme ich nämlich gerade erst langsam an. Noch ist alles wie ein normaler Urlaub, nur ohne den Druck bald die Heimreise antreten zu müssen.

Bisher war Amerika gut zu mir und ich war auch gut zu Amerika !!

Es läuft, bis auf einige Kleinigkeiten hier und da, wirklich äußerst gut. Ich habe sehr viel Zeit mit Freunden, Familie und neuen ‚Freunden‘ verbracht. Bisher kam auch noch zu keinem Zeitpunkt das Gefühl auf alleine zu sein. Was ich, zumindest auf diesem Teil meiner Reise, als sehr positiv empfinde. Ich wollte in diesem Land möglichst viele Leute kennenlernen und das amerikanische alltägliche Leben erleben. Und genau das passiert und macht mir unglaublich viel Spaß!

Die ersten zwei Wochen NYC waren allerdings extrem. Ich bin 6 x umgezogen und habe neben meiner Familie und lieben Freunden aus München noch einige New Yorker, die ich über das CouchSurfing kennengelernt habe, um mich gehabt.
Es war wirklich groß und hat wahnsinnig viel Spaß gemacht! Ich war ständig unterwegs, das Telefon klingelte andauernd, es gab 1000 Sachen zu sehen, und Einladungen und Partys…und und und… aber gegen Ende kippte mein Gefühl. Ich musste ganz schnell nur noch raus aus diesem Wahnsinn von Stadt.

Irgendwie fällt es mir dort nämlich sehr schwer den meisten Leuten ihre ach so große Zufriedenheit und ihre grenzenlos überschwängliche Lebensfreude ganz abzukaufen. Die meisten in meinem Alter sind gehetzt, (relativ) alleine und eifern meiner Meinung nach den absolut falschen Idealen hinterher. Wer weiß, vielleicht täusche ich mich da ja auch… ist ja nur ein Eindruck, den ich gewonnen habe… Mir war’s auf jeden Fall zu viel. Ich musste dringend weg aus der Stadt die mir, statt Energie zu geben, Kraft raubte.

Zur Entspannung bin ich dann eine Woche nach Woodstock.

Ich wusste, dass dies definitiv gechillter sein muss und wollte mir den Ort 50 Jahre ‚danach‘ mal ansehen.

Und es ist ein wirklich ganz bezauberndes kleines Städtchen.

Hier habe ich dann eigentlich auch nur gegessen, geschlafen und mir die alten, seit 50 Jahren dort hängen gebliebenen Hippies bei ihren nachmittäglichen Treffen auf dem Dorfplatz angesehen. Denn besonders sie sind ganz bezaubernd ! Sie haben mich ein wenig an Fabelwesen, so was wie Zwerge oder Gnome aus einem verwunschenen Wald, erinnert (und dabei stand ich zu 100 % nicht unter Drogeneinfluss).

Sie sind so alt, zerbrechlich, grauhaarig, farbenfroh, mit Glöckchen und Blümchen geschmückt und stets mit einem Lächeln auf den Lippen. Wirklich süß!

Das mit dem verwunschenen Wald ist auch nicht so abwegig. Überall sind sehr zutrauliche Hörnchen aller Art. Eichhörnchen in Grau, Rot oder Schwarz und mit Streifen. Besonders amüsant ist es, wenn sie versuchen aus den Vogelhäuschen die Körner zu klauen. Das Mittel der Woodstocker sie daran zu hindern ist, die Stange, die zum Häuschen hochführt mit Vaseline zu bestreichen. Unglaublich witzig !! Und abends, immer wenn ich meine letzte Zigarette geraucht habe, saß ich in einem Schwarm Glühwürmchen. Also, da versteht man schon warum einige Hippies nach dem Festival nicht wieder gegangen sind.

Oh ja, und hier noch ein letztes bezeichnendes Beispiel für das „Bezaubernde“ an  diesem Ort:  wenn man dort über die Straße will, halten die Autos für einen an (auch ohne Zebrastreifen oder Ampel) …

Die Tage dort waren genau das Richtige für mich. Ich habe mich dort schnell erholt und war bereit in die nächste Stadt zu fahren.

Seit 2 Wochen bin ich nun schon hier in Chicago. Und diese Stadt ist wirklich FANTASTISCH! Zumindest im Sommer (trotz Hitzewellen). Überall Musik, Kunst, es gibt Strände, die Luft ist heiß, das Wasser ist kalt, die Leute sind entspannt. Toll toll toll ! Mir gefällt‘s !!

Auch hier habe ich, wie schon in NY, Familie und Freunde bei denen ich die erste Woche gewohnt habe. Ich habe in dieser Zeit viel Einblick in das ‚normale‘ Familienleben von amerikanischen Haushalten bekommen. Familienfeste, alltäglich Probleme, Themen wie Kindererziehung, Wohnungssuche, usw. Aber auch groß diskutiert – und jeder hat da eine andere ganz spezielle Meinung – welche Sorte Bier ist die Beste (oder besser gesagt am wenigsten schlecht ). Es gibt nämlich gefühlte 3 Mrd Sorten. Und ich habe noch kein Gutes gefunden.

Seit Montag bin ich nun aber wieder am Couchsurfen. Ich wohne mit 4 sehr lieben multikulturellen Leuten in Bucktown/Chicago zusammen. Sie sind Musiker und Akrobaten und bestehen darauf, dass ich eines ihrer Instrument lerne, bevor ich ausziehe… mal sehen. Ich stehe da gerade noch in Verhandlungen.

Mein Plan ist es wahrscheinlich Anfang nächster Woche weiterzuziehen. Wohin weiß ich noch nicht genau. Ich entscheide mich gerade ständig um. Zur Auswahl stehen Memphis, Nashville (mein Favorit) und – heute frisch dazu gekommen – Miami.

Ganz grundsätzlich kann ich sagen, in den Staaten zu reisen ist so einfach wie das Reisen nur sein kann. Hier ist es quasi unmöglich irgendetwas falsch zu machen. Also, wenn jemand bisher bedenken hatte, es gibt absolut keinen Grund dafür. Ich profitiere von diesen unzähligen Gebrauchsanweisungen und Warnungen sehr, trotzdem, ich weiß nicht ob das so gut für eine Gesellschaft ist, wenn man sich das eigene Nachdenken, das Lösen von Problemen und den logischen Menschenverstand abtrainiert. Obwohl ich auch sagen muss, dass ich bisher sehr viele Leute getroffen und kennengelernt habe, die sehr wohl nachdenken, kritisieren und in ihrem eigenem Alltag die (meiner Meinung nach) richtigen Entscheidungen treffen. Ich werde dies also weiter beobachten müssen.

So, zum Schluss noch mein Reisetipp für romantisch Verliebte:                                           * Woodstock zu Weihnachten !  100Pro wie im Märchen *

Bis bald meine Lieben !

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5 Gedanken zu „1 Monat USA

  1. Emily!! – da gibt es KEINEN Grund zum TIefstapeln in Deiner Ankuendigung zum Schreiben . Ein ganz wunderschoener Einblick in Dein Leben, Deine Gedanken und Deine Tipps, Du laesst Bilder von Orten und Menschen entstehen und dabei hoert man immer sehr deutlich Deine Stimme herraus. Gute Idee, einen Monat zusammenzufassen, werde ich als Anregung nutzen! Happy couchsurfing!

  2. Super Sache! Dann weiß ich ja immer was du treibst und kann mich problemlos einklinken, sollte ich in der Nähe sein. Werde ab nächster Woche in Mexiko sein und dann schaue ich mal, wann und wie ich in die USA komme.

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